06. Mai 1999

Nürnberg

Zweitgrößte und kreisfreie Stadt in Bayern (Mittelfranken), westlich von Fürth am Ufer der Pegnitz gelegen.

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1050 erstmals erwähnt, wurde Nürnberg 1219 zur freien Kaiserstadt und nach 1356 (Goldene Bulle) zur Hauptstadt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Später wurde die Stadt durch die hier hergestellten Produkte, vor allen Dingen durch Holzschnitzereien, bekannt. Im 15. und 16. Jahrhundert spielte Nürnberg in Bezug auf Handel und Kultur eine bedeutende Rolle. Dies ist größtenteils auf die Lage an einem Verkehrsknotenpunkt von vier großen Handelsrouten zurückzuführen. Unter den Künstlern, die während dieser Periode in Nürnberg arbeiteten, waren der Bildhauer Veit Stoß, der Bronzegießer Peter Fischer sowie die Maler und Holzschnitzer Michael Wohlgemut und Albrecht Dürer. Dieser Zeit sind auch die Meistersinger zuzuordnen (Mitglieder einer Zunft, die auf dem Gebiet der Musik und der Poesie tätig waren). Der Poet und Dramaturg Hans Sachs war die Schlüsselfigur dieser Bewegung. Der Astronom Regiomontanus, der in der Stadt lebte, zeichnete die Seekarten, die Christoph Kolumbus 1492 auf seiner Reise nach Amerika verwendete. Am 23. Juli 1532 wurde in Nürnberg ein Religionsfrieden zwischen Katholiken und Protestanten geschlossen. Seit dem Dreißigjährigen Krieg begann die Bedeutung Nürnbergs zu schwinden. Ab 1806 gehörte die Stadt zum Herrschaftsgebiet Bayerns, 1835 wurde der Endbahnhof der ersten deutschen Eisenbahnlinie (Nürnberg - Fürth) gebaut. Von 1933 bis 1938 fanden hier die Parteitage der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) statt. 1935 wurden die Nürnberger Gesetze beschlossen, welche sich gegen die deutschen Juden richteten und die Basis für deren Diskriminierung und Verfolgung bildeten. Als eines der wichtigsten Produktionszentren für Flugzeuge, U-Boote und Panzer wurde die Stadt im 2. Weltkrieg durch die Bombenangriffe der Alliierten stark zerstört. Nach dem Krieg fanden die Nürnberger Prozesse (Hauptprozesse: 1945/46) statt. Diese wurden von einem internationalen Gerichtshof, der sich aus Richtern der Alliierten zusammensetzte, geführt. Die Stadt wurde nach dem Krieg zu einem großen Teil rekonstruiert. Ein ungeliebtes Erbe sind die noch vorhandenen Bauten des Reichsparteitagsgeländes, die teilweise (erfolglos) gesprengt wurden, teilweise dem gezielten Verfall preisgegeben sind. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 500 000. (aus Microsoft ENCARTA 98)

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100 km um Pfaffenhofen