Nördlingen im "Nördlinger Ries"

Die ursprünglich römische und alemannische Siedlung wird erstmals 898 erwähnt. 1290 erhielt sie Stadtrecht und wurde freie Reichsstadt. Von 1377 bis 1388 war Nördlingen Mitglied des Schwäbischen Städtebundes.

Nördlingen von der Kirche

in Nördlingen  Blick von der Kirche

Mittelpunkt des historischen Stadtbildes mit vollständig erhaltener und begehbarer Stadtmauer ist der 90 Meter hohe „Daniel", der Glockenturm der spätgotischen Hallenkirche Sankt Georg (1427-1505).

Modell der Stadtmauer Blick von der Stadtmauer auf die Stadtmauer

Bemerkenswert sind die Fachwerkbauten aus der Spätgotik und Renaissance.

in Nördlingen

Sehenswerte Gebäude sind u. a. das ursprünglich aus dem 15. Jahrhundert stammende ehemalige Karmelitenkloster und das spätgotische Rathaus mit Freitreppe.

das Rathaus

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100 km um Pfaffenhofen

Nördlinger Ries, Becken zwischen Schwäbischer und Fränkischer Alb, nordwestlich von Donauwörth. Hauptort ist das an der Romantischen Straße gelegene Nördlingen mit 19 000 Einwohnern. Das Nördlinger Ries ist ein annähernd kreisrunder Meteoritenkrater von etwa 25 Kilometer Durchmesser. Der Beckenboden liegt auf etwa 410 bis 430 Meter Seehöhe, der Kraterrand erreicht mehr als 500 Meter Höhe, der höchste Punkt, südlich von Nördlingen, erreicht 612 Meter. Das Ries wird in nordsüdlicher Richtung von der Wörnitz durchflossen, die bei Donauwörth in die Donau mündet. Durch seine Entstehung ist das Nördlinger Ries eine der weltweit außergewöhnlichsten und interessantesten geologischen Strukturen.

Nach dem „Ries-Ereignis" vor etwa 15 Mio Jahren füllte sich der Krater mit einem zeitweise salzhaltigen See, in dem sich mächtige Seesedimente absetzten. Die Seetone zeigen zum Teil Schichten mit jahreszeitlichen Rhythmen, ähnlich den Warven Skandinaviens. Es bildeten sich bituminöse Tone und Braunkohlen, in Ufernähe entstanden fossilreiche Kalke. Noch im Tertiär setzte die Verwitterung und Erosion des Kraters und seiner Umgebung ein.

Während der Eiszeit im Quartär wurde das Becken mit Löß bedeckt. Darauf bildeten sich fruchtbare Böden, Grundlage einer intensiven Landwirtschaft mit Ackerbau. Das Kraterbecken ist daher heute weitgehend waldfrei, während die Kraterränder bewaldet sind.

Im Nördlinger Stadtmuseum ist eine Abteilung für die Geologie des Rieses eingerichtet; im Ries führen geologische Lehrpfade zu den interessantesten Aufschlüssen.

(Verfasst von: Wolfgang Blümel

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